Ist mein Hund zu dick? So erkennst du Übergewicht in 3 Schritten
Ist mein Hund zu dick – oder ist das nur das Fell? Diese Frage stellen sich viele Hundehalter. Zu Recht: Fachleute der Universität Leipzig schätzen, dass in Mitteleuropa rund 40 % der Hunde und Katzen zu dick sind.
In diesem Artikel zeige ich dir als Hundetrainer der Hundeschule Qi-Dog Keller im Aargau, wie du in drei Schritten selbst prüfst, ob dein Hund zu dick, zu dünn oder genau richtig ist. Du erfährst, was hinter Übergewicht steckt, wie dein Hund gesund abnimmt und warum mein Hundetraining ganz ohne Leckerli-Kalorien auskommt.
So erkennst du, ob dein Hund zu dick ist: der Selbsttest
Die Waage allein sagt dir nicht, ob dein Hund das richtige Gewicht hat. Ein Labrador mit 33 kg kann topfit sein, ein anderer mit 30 kg schon zu viel auf den Rippen haben. Viel aussagekräftiger ist der Body Condition Score (BCS): eine Bewertung der Körperform, die du in zwei Minuten selbst machen kannst – ganz ohne Waage.
Tierärzte weltweit nutzen dieses System. Die WSAVA, der Weltverband der Kleintiermediziner, empfiehlt es als Standard, und eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass auch Hundehalter ohne Fachausbildung ihren Hund damit verlässlich einschätzen können.
So gehst du vor:
Rippen ertasten: Lege beide Hände flach auf den Brustkorb deines Hundes und streiche sanft darüber. Die Rippen sollten sich anfühlen wie die Knöchel deines Handrückens: spürbar, aber mit einer dünnen Schicht darüber.
Von oben schauen: Stell dich über deinen Hund. Hinter den Rippen sollte eine Taille erkennbar sein, wie eine leichte Sanduhr-Form.
Von der Seite schauen: Der Bauch sollte hinter dem Brustkorb leicht nach oben ziehen und nicht durchhängen.
Bei langhaarigen Hunden täuscht der Blick oft. Hier zählt vor allem das Ertasten mit den Händen.

Body Condition Score beim Hund: die 9-Punkte-Skala einfach erklärt
Der Body Condition Score reicht von 1 (stark abgemagert) bis 9 (stark fettleibig). Ideal ist ein Wert von 4 bis 5. Die WSAVA unterteilt die Skala in «zu dünn» (1–3), «ideal» (4–5) und «zu schwer» (6–9). Laut dem Merkblatt der FEDIAF, des europäischen Verbands der Heimtiernahrungsindustrie, teilen sich die neun Stufen in vier Gruppen:
BCS | Gruppe | Rippen | Taille & Bauch |
1–3 | Untergewicht | Sichtbar, kein Fett darüber; bei 1–2 auch Wirbel und Beckenknochen deutlich sichtbar | Sehr starke Taille, Bauch stark hochgezogen, oft Muskelabbau |
4–5 | Idealgewicht | Gut ertastbar mit dünner Fettschicht | Taille von oben gut sichtbar, Bauch leicht hochgezogen |
6–7 | Übergewicht | Nur noch mit Druck ertastbar, spürbare Fettschicht | Taille kaum noch sichtbar, Fettpolster an Rücken und Schwanzansatz |
8–9 | Fettleibigkeit | Kaum oder gar nicht ertastbar | Keine Taille, Bauch hängt durch, Fettpolster an Hals und Beinen |
So sehen die vier Gruppen in der Praxis aus:
Untergewicht (BCS 1–3)

Idealgewicht (BCS 4–5)

Übergewicht und Fettleibigkeit (BCS 6–9)

Als Faustregel entspricht jeder Punkt über 5 auf der Body-Condition-Skala etwa 10 % Übergewicht. Ab BCS 6 (rund 10 % zu viel) spricht man von Übergewicht, ab BCS 8 (rund 30 % zu viel) von Fettleibigkeit.
Warum viele Hundehalter Übergewicht nicht erkennen
Viele Hundehalter halten ihren Hund für schlanker, als er ist. Darauf weist auch die Stiftung Warentest hin: Menschen beurteilen das Gewicht ihres Hundes häufig zu optimistisch.
Das hat drei Gründe, die ich in meinem Alltag immer wieder sehe:
Gewöhnung: Du siehst deinen Hund jeden Tag. Ein paar hundert Gramm pro Monat fallen dir nicht auf – nach einem Jahr sind es aber mehrere Kilo.
Verschobene Normalität: Weil so viele Hunde zu schwer sind, wirkt ein leicht übergewichtiger Hund inzwischen «normal». Ein Hund mit Idealgewicht wird dagegen schnell als «zu dünn» bezeichnet.
Fell: Dichtes oder langes Fell versteckt die Taille. Ohne die Hände einzusetzen, siehst du die Fettpolster schlicht nicht.
Mein Tipp: Mach den Selbsttest einmal im Monat, am besten immer am gleichen Tag. Schreib dir den Wert auf – so erkennst du einen Trend, bevor er zum Problem wird.
Warum wird mein Hund dick? Die 5 häufigsten Ursachen
Das Grundprinzip ist einfach: Nimmt ein Hund mehr Energie auf, als er verbraucht, legt er zu. Im Alltag stecken aber oft mehrere Faktoren dahinter.
1. Zu grosse Portionen und Leckerli
Die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist ein Richtwert, kein Gesetz. Dazu kommen Kauartikel, Leckerli und der Bissen vom Tisch. Diese Kalorien werden fast nie mitgerechnet. Wie du gutes und gesundes Hundefutter erkennst, erkläre ich in meinem Artikel «Hundefutter verstehen: Was im Napf landet – und warum das wichtig ist».
2. Kastration
Nach einer Kastration verändert sich der Hormonhaushalt. Der Energiebedarf sinkt, der Appetit bleibt oder steigt sogar. Die FEDIAF nennt die Kastration deshalb ausdrücklich als Risikofaktor. Wenn dein Hund kastriert wurde, lohnt es sich, die Futtermenge in den Wochen danach anzupassen.
3. Alter
Ältere Hunde bewegen sich weniger und verbrauchen weniger Energie. Laut Tractive kann ein siebenjähriger Hund bis zu 20 % weniger Energie benötigen als ein junger Erwachsener. Bleibt die Portion gleich, nimmt er zu.
4. Lebensumstände
Oft verändert sich nicht der Hund, sondern sein Alltag:
Ein neuer Job oder ein Umzug bringt weniger Zeit für lange Spaziergänge.
Im Winter oder bei Regen fallen Runden kürzer aus – das Futter bleibt gleich.
Mehrere Familienmitglieder füttern, ohne voneinander zu wissen. Die Kinder geben noch ein Leckerli, die Grosseltern auch.
Der Hund wird mit Futter getröstet oder beschäftigt, statt mit Aufmerksamkeit und Bewegung.
5. Krankheiten
Seltener steckt eine Erkrankung dahinter, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion. Nimmt dein Hund trotz angepasster Fütterung zu, gehört das in die Hände deiner Tierärztin oder deines Tierarztes.
Wie gefährlich ist Übergewicht beim Hund?
Übergewicht kostet Lebensjahre. Eine Studie der Universität Liverpool mit über 50'000 Hunden aus 12 Rassen zeigt: Übergewichtige Hunde lebten bis zu zweieinhalb Jahre weniger lang als Hunde mit Idealgewicht. Der Effekt zeigte sich bei allen untersuchten Rassen.
Dazu kommen Folgen, die den Alltag spürbar einschränken:
Gelenke: Jedes Kilo zu viel belastet Hüfte, Ellbogen und Wirbelsäule. Arthrose kommt früher und schmerzt stärker.
Stoffwechsel und Herz: Das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme steigt.
Hitze: Übergewichtige Hunde überhitzen schneller – mehr dazu in meinem Artikel Hund & Hitze im Sommer: 8 Regeln.
Verhalten: Ein Hund, der schnell müde wird und sich unwohl fühlt, ist oft weniger belastbar und schneller frustriert. Das merke ich auch im Training.
Hund zu dick – was tun? So nimmt dein Hund gesund ab
Abnehmen beim Hund funktioniert – aber nur langsam. Zwei Regeln sind dabei entscheidend:
Füttere nach dem Zielgewicht, nicht nach dem aktuellen Gewicht. Wiegt dein Hund 30 kg, sollte aber 26 kg wiegen, richtest du die Futtermenge nach 26 kg.
Maximal 1 bis 2 % Gewichtsverlust pro Woche. Ein 20-kg-Hund darf also höchstens 200 bis 400 g pro Woche abnehmen.
Ein Rechenbeispiel mit meinem Labrador Milou (33 kg): Müsste er abnehmen, wären 330 bis 660 g pro Woche das Maximum. Für 3 kg weniger bräuchte er also rund fünf bis neun Wochen. Wer schneller will, riskiert Muskelabbau und einen hungrigen, gestressten Hund.
Wichtig beim Reduzieren der Menge: Dein Hund braucht trotzdem alle Nährstoffe. Weniger Futter darf nicht zu einem Mangel führen. Worauf du achten musst, erkläre ich im Artikel Der Nährstoffbedarf beim Hund: Was dein Vierbeiner wirklich braucht. Wenn du barfst, findest du die Grundlagen zur Mengenberechnung in BARF – artgerechte Rohfütterung für den Hund. Und vergiss das Wasser nicht: Wie viel dein Hund trinken sollte, liest du in Wie viel Wasser braucht ein Hund pro Tag?
Abnehmen messen: Tracker und Online-Rechner
Wenn du gerne mit Zahlen arbeitest, helfen dir zwei Werkzeuge, dranzubleiben:
Aktivitäts-Tracker: Ein GPS-Tracker wie der von Tractive zeichnet neben dem Standort auch die tägliche Aktivität und die Gassirunden auf. So siehst du schwarz auf weiss, ob dein Hund diese Woche wirklich mehr in Bewegung war. Gerade während einer Abnehmphase ist das eine gute Motivation.
Online-Rechner: Mit dem BMI-Rechner von Hundeo kannst du das Gewicht deines Hundes mit Referenzwerten seiner Rasse vergleichen. Tractive bietet zusätzlich eine BCS-Tabelle zum Selbsttest.
Beides ersetzt nicht den Griff an die Rippen. Es ergänzt ihn aber gut.
Hund zu dünn? So erkennst du Untergewicht
Über Untergewicht wird viel weniger gesprochen, dabei ist es genauso ernst zu nehmen. Ein untergewichtiger Hund hat weniger Reserven, ein schwächeres Immunsystem und baut schneller Muskeln ab.
Woran du Untergewicht erkennst: Rippen, Wirbel und Hüftknochen sind sichtbar, ohne dass du drücken musst. Die Taille ist sehr schmal, und dein Hund verliert Muskulatur – besonders gut zu spüren an den Hinterbeinen und am Rücken.
Mögliche Ursachen sind laut nau.ch vor allem Krankheiten, Parasiten, Stress oder eine unausgewogene Ernährung. Auch ein Hund, der munter und aktiv wirkt, kann zu wenig wiegen.
Wie du hilfst: Bei Untergewicht würde ich tierärztlichen Rat hinzuziehen. Bevor du die Futtermenge erhöhst, lass deine Tierärztin oder deinen Tierarzt die Ursache abklären – zum Beispiel mit einer Untersuchung, einer Kotprobe auf Parasiten oder einem Blutbild. Erst wenn klar ist, woher das Untergewicht kommt, lassen sich die richtigen Massnahmen einleiten.
Idealgewicht nach Rasse: Warum Gewichtstabellen täuschen
Die Körperform muss immer im Verhältnis zur Rasse beurteilt werden. Ein Windhund, ein Whippet oder ein Jagdhund darf sichtbare Rippen haben, ohne untergewichtig zu sein. Ein Bulldoggen-Typ wirkt dagegen von Natur aus kompakter.
Auch die Gewichtsangaben im Rassestandard helfen nur bedingt. Eine Studie mit 140 Rassehunden kam zum Schluss, dass die empfohlenen Gewichtsbereiche einer Rasse kein guter Hinweis darauf sind, ob ein Hund seinen idealen Body Condition Score hat. Ein grossrahmiger Labrador kann mit 34 kg perfekt sein, ein kleiner mit 30 kg schon zu schwer.
Manche Rassen neigen besonders zu Übergewicht. In einer schwedischen Studie an einer grossen Hundeausstellung waren bei Labrador Retrievern, Golden Retrievern und Französischen Bulldoggen 50 bis 67 % der Tiere übergewichtig – und das bei Ausstellungshunden, die als Vorbild ihrer Rasse gelten. Als Labrador-Halter weiss ich: Gewisse Hunderassen fressen gerne. Hier braucht es Regeln am Napf.
Bei Mischlingen gibt es keine Rassenorm. Umso wichtiger ist der Body Condition Score: Er funktioniert bei jedem Hund.
Hund wiegen: Wo und wie oft?
Der Body Condition Score sagt dir, ob dein Hund zu schwer ist. Die Waage zeigt dir, ob sich etwas bewegt. Beides zusammen gibt das vollständige Bild.
Kleine Hunde kannst du zu Hause wiegen: Zuerst stellst du dich allein auf die Personenwaage, dann mit dem Hund auf dem Arm. Die Differenz ist sein Gewicht.
Mittlere und grosse Hunde wiegst du am einfachsten in der Tierarztpraxis. Die meisten Praxen haben eine Bodenwaage im Wartebereich, die du oft kostenlos und ohne Termin benutzen darfst. Frag einfach am Empfang nach.

Damit die Werte vergleichbar sind:
Wiege immer zur gleichen Tageszeit, am besten vor dem Füttern.
Während einer Abnehmphase alle zwei Wochen wiegen, sonst reicht alle ein bis drei Monate.
Notiere Datum, Gewicht und BCS-Wert. So erkennst du Veränderungen früh.
Hundetraining ohne Leckerli: keine versteckten Kalorien
Leckerli sind einer der grössten Dickmacher – und im Hundetraining fliessen sie oft in Strömen. Zehn kleine Belohnungshappen pro Übung, drei Übungen pro Spaziergang, zwei Spaziergänge am Tag: Da kommt schnell eine halbe Mahlzeit zusammen, die in keiner Futterberechnung auftaucht.
In meinem Hundetraining in der Hundeschule Qi-Dog Keller verzichte ich deshalb bewusst auf Futter als Belohnung. Ich arbeite über die Beziehung: mit Lob, ruhiger Stimme, klarer Körpersprache und echter Aufmerksamkeit. Dein Hund lernt, weil er mit dir zusammenarbeiten will – nicht, weil in deiner Jackentasche etwas raschelt. Mehr dazu findest du auf der Seite Meine Philosophie.
Das hat für das Gewicht deines Hundes einen schönen Nebeneffekt: Das Training bringt null zusätzliche Kalorien. Die Futtermenge, die du berechnest, ist auch die Menge, die dein Hund tatsächlich frisst.
Wenn du trotzdem mit Futter arbeitest, gilt eine einfache Regel: Nimm die Belohnungen aus der Tagesration und zieh sie vom Abendessen ab.
Anti-Schlingnapf: sinnvoll oder nicht? Meine Erfahrung
Viele Hunde schlingen ihr Futter in Sekunden hinunter. Das Sättigungsgefühl kommt dann zu spät, und der Hund bettelt kurz nach dem Essen schon wieder. Eine übliche Empfehlung lautet: ein Anti-Schlingnapf mit Rillen oder Noppen, damit der Hund langsamer frisst.
Ich habe das selbst mit meinem Labrador ausprobiert – und war ehrlich gesagt nicht überzeugt. Mein Hund frass zwar langsamer, aber er war dabei deutlich frustrierter und gestresster. Er wollte schneller fressen, als der Napf es zuliess, und wurde dabei hektisch statt ruhig.

Was bei mir besser funktioniert hat: Ruhe statt Hindernis
Ich habe mich gefragt, warum mein Hund überhaupt schlingt. Oft ist es nicht Gier, sondern Stress: Der Hund hat das Gefühl, jemand könnte ihm das Futter streitig machen. Also habe ich die Situation verändert statt den Napf:
Ich habe meinen Hund zum Fressen ins Schlafzimmer gebracht, den Napf hingestellt, Futter freigegeben und die Tür hinter mir geschlossen.
Dort durfte er etwa eine halbe Stunde lang ganz allein und ungestört fressen. Niemand kam herein, kein anderer Hund, keine Kinder, kein Mensch, der vorbeiläuft.
Das habe ich über ein bis zwei Monate jeden Tag so gemacht.
Nach einigen Wochen fiel mir auf: Mein Hund begann, langsamer zu fressen. Er hatte gelernt, dass ihn beim Essen niemand stört und es keine Futterkonkurrenz gibt. Danach habe ich ihn wieder im Wohnzimmer gefüttert – und er frass auch dort viel ruhiger als vorher.
Deshalb bin ich kein grosser Fan vom Anti-Schlingnapf. Er bekämpft das Symptom, nicht die Ursache. Für manche Hunde mag er hilfreich sein. Ich empfehle aber, zuerst für einen ruhigen, ungestörten Fressplatz zu sorgen.
Wichtig bei grossen Hunden: Schnelles Schlingen und wildes Toben direkt nach dem Fressen können bei grossen, tiefbrüstigen Rassen das Risiko einer lebensgefährlichen Magendrehung erhöhen. Gönn deinem Hund nach dem Fressen eine Ruhepause. Frisst er trotz ruhigem Umfeld weiterhin extrem hastig, sprich das bei deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt an.
Bewegung gegen Übergewicht beim Hund
Futter ist der grösste Hebel beim Abnehmen, Bewegung der zweitgrösste. Wichtig ist, dass sie zum Hund passt:
Stark übergewichtige Hunde starten mit ruhigen, etwas längeren Spaziergängen auf weichem Boden. Schwimmen ist besonders gelenkschonend.
Leicht übergewichtige, sonst fitte Hunde dürfen gerne mehr: Bergauf gehen, Suchspiele im Wald oder ein strukturiertes Lauftraining. Wie du das sicher aufbaust, zeige ich in Joggen mit Hund: Trainingsplan für 12 Wochen.
Kopfarbeit zählt auch: Schnüffeln und konzentrierte Übungen lasten aus und machen zufrieden – ganz ohne Futter.
Lernspaziergang: Hundetraining und Bewegung in einem
In meinen Lernspaziergängen in der Gruppe sind wir vor allem eines: unterwegs. Wir gehen gemeinsam durch Wald und Feld, üben dabei Alltagssituationen und tun ganz nebenbei etwas für die Gesundheit der Hunde. Und für die der Menschen. Teilnehmende sagen mir oft, dass sie sich jede Woche auf den Spaziergang freuen – das ist die beste Motivation, regelmässig dranzubleiben.
Wenn du gerne mit Zahlen und Statistiken arbeitest, kannst du mit einem Tracker wie Tractive aufzeichnen, wie viele Kilometer und aktive Minuten dein Hund pro Woche schafft. So siehst du direkt, was ein Lernspaziergang zur Wochenbilanz beiträgt.
Hund zu dick oder zu dünn: Wann zum Tierarzt?
Den Body Condition Score kannst du selbst bestimmen. In diesen Fällen gehört dein Hund aber in tierärztliche Hände:
Untergewicht (BCS 1–3): Bevor du mehr fütterst, sollte die Ursache abgeklärt werden. Parasiten, Zahnprobleme oder Erkrankungen lassen sich mit mehr Futter nicht lösen.
Starkes Übergewicht (BCS 8–9): Hier braucht es einen begleiteten Abnehmplan, idealerweise mit regelmässigen Kontrollen.
Plötzliche Veränderung: Dein Hund nimmt ohne erkennbaren Grund deutlich zu oder ab.
Kein Erfolg: Dein Hund nimmt trotz angepasster Futtermenge und mehr Bewegung über mehrere Wochen nicht ab.
Begleitsymptome: Müdigkeit, viel Durst, stumpfes Fell, Durchfall oder Erbrechen zusammen mit Gewichtsveränderungen.
Als Hundetrainer helfe ich dir beim Alltag, bei der Bewegung und bei klaren Regeln rund ums Futter. Die medizinische Abklärung gehört zur Tierärztin oder zum Tierarzt.
Fazit: Hund zu dick? Hände auf die Rippen statt nur auf die Waage
Der Body Condition Score ist das einfachste und ehrlichste Werkzeug, um das Gewicht deines Hundes zu beurteilen. Drei Schritte, zwei Minuten, einmal im Monat – mehr braucht es nicht. Liegt dein Hund zwischen 4 und 5, ist alles im grünen Bereich. Darüber oder darunter lohnt es sich, Futter, Snacks und Alltag genauer anzuschauen.
Die gute Nachricht: Die meisten Gewichtsprobleme entstehen im Alltag – und lassen sich dort auch lösen. Mit klaren Fütterungsregeln, Training ohne Leckerli-Kalorien, einem ruhigen Fressplatz und gemeinsamer Bewegung.
Du möchtest deinen Hund aktiv und gesund halten? Komm mit auf einen meiner Lernspaziergänge oder buche ein Einzelcoaching. Gemeinsam schauen wir, wie Bewegung, Beschäftigung und klare Regeln in euren Alltag passen.
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Häufige Fragen: Hund zu dick, Abnehmen und Body Condition Score
Was ist der Body Condition Score beim Hund? Eine Skala von 1 bis 9, mit der du anhand von Rippen, Taille und Bauch beurteilst, ob dein Hund unter-, ideal- oder übergewichtig ist. Ideal ist ein Wert von 4 bis 5.
Wie erkenne ich, ob mein Hund zu dick ist? Wenn du die Rippen nur mit Druck spürst, von oben keine Taille siehst und der Bauch nicht mehr hochgezogen ist, hat dein Hund wahrscheinlich Übergewicht.
Wie schnell darf mein Hund abnehmen? Höchstens 1 bis 2 % seines Körpergewichts pro Woche. Bei einem 20-kg-Hund sind das 200 bis 400 g.
Nehmen kastrierte Hunde schneller zu? Ja. Nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf, der Appetit bleibt aber oft gleich. Passe die Futtermenge deshalb in den Wochen danach an.
Hilft ein Anti-Schlingnapf beim Abnehmen? Er kann das Fressen verlangsamen, löst aber nicht die Ursache. Meine Erfahrung: Ein ruhiger, ungestörter Fressplatz bringt oft mehr.
Wo kann ich meinen grossen Hund wiegen? In den meisten Tierarztpraxen steht eine Bodenwaage, die du oft kostenlos benutzen darfst. Frag einfach am Empfang.
Ab wann ist ein Hund übergewichtig? Ab BCS 6, also rund 10 % über dem Idealgewicht, spricht man von Übergewicht. Ab BCS 8, also rund 30 % darüber, von Fettleibigkeit (Adipositas).
Welche Hunderassen neigen zu Übergewicht? Besonders häufig betroffen sind u.a. Labrador Retriever, Golden Retriever, Mops, Beagle. Aber jeder Hund kann zu dick werden, wenn Futter und Bewegung nicht zusammenpassen.
Was tun, wenn mein Hund zu dick ist? Füttere nach dem Zielgewicht, rechne alle Snacks mit ein, steigere die Bewegung langsam und wiege deinen Hund alle zwei Wochen. Bei starkem Übergewicht hol dir Unterstützung von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.
Kann mir eine Hundeschule beim Abnehmen meines Hundes helfen? Ja. In meiner Hundeschule im Aargau trainiere ich ohne Futterbelohnung, also ohne zusätzliche Kalorien. In meinen Lernspaziergängen verbinden wir Hundetraining mit regelmässiger Bewegung – ideal, um dranzubleiben.
Quellen
Über mich
Ich bin Beat Keller, Hundetrainer und Inhaber der Hundeschule Qi-Dog Keller im Aargau. Ich trainiere beziehungsorientiert und ohne Leckerli – mit Lob, klarer Körpersprache und echter Aufmerksamkeit. Du findest mich im Einzelcoaching, in meinen Lernspaziergängen in der Gruppe und beim Hundesitting mit Familienanschluss. Ich trainiere dort, wo dein Alltag stattfindet: in der Region Brugg, Baden, Aarau, Lenzburg und im Fricktal. Mehr über mich und meinen Hund Milou erfährst du auf der Seite Meine Philosophie.
Hinweis
Dieser Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und erstellt. Er dient ausschliesslich der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen, Gewichtsveränderungen oder vor einer Futterumstellung wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt. Für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Angaben sowie für die Inhalte verlinkter externer Seiten übernehme ich keine Gewähr. Die Umsetzung der Tipps erfolgt in eigener Verantwortung.


